© 2019 Hard-Cover Art Gallery | Hardplatz 21 | CH-8004 Zürich-Hard

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Medien

22.Oktober 2019 | Filmbeitrag Südostschweiz

Folter, Flucht und Kunst

9. Oktober 2019 | Tagblatt der Stadt Zürich

Der Galerienkrise trotzen

September 2019

Kunstbulletin 9/2019

29. August 2019 | Zürich West

73-Jährige zeigt erstmals ihre Werkreihe «Ägypten 1991»

25. Juli 2019 | Zürich West

Live in der Galerie ein Kunstwerk geschaffen

22.Oktober 2019 | Filmbeitrag Südostschweiz

Folter, Flucht und Kunst

Kunst ist für Allam Fakhour Berufung und Therapie. In seiner Heimat wurde der Syrer mehrere Jahre eingesperrt und gefoltert. Heute lebt er mit seiner Frau in Näfels. Seine Liebe zur Kunst ist ihm aber in all dieser Zeit geblieben. Seine Werke zeigt er nun in einer Ausstellung in Zürich.

 
 

9. Oktober 2019 | Tagblatt der Stadt Zürich

Der Galerienkrise trotzen

Auch in Zürich ist ein Galeriensterben zu beobachten. Doch Thomas Durrer und Jeannette Rohrer steuern dagegen und eröffneten am Hardplatz die Hard-Cover Art Gallery für zeitgenössische Kunst. Von Isabella Seemann

 

Neugierig späht die Dame mittleren Alters durch die grossen Schaufenster der Galerie. Die schwarz-weissen Pyramidenbilder der Zürcher Künstlerin Marlyse Brunner ziehen sie hinein. Kunstgenuss in der Mittagspause – unkompliziert und niederschwellig. Beim Schichtwechsel schauen auch mal die Buschauffeure vom Hardplatz herein, setzen sich aufs Sofa und lassen die Gemälde und Skulpturen auf sich wirken. Das Angebot von Thomas Durrer und Jeannette Rohrer kommt so an, wie geplant: «Wir wollen die Schwellenangst vor der Kunst nehmen und die Türen auch für Kunstlaien weit öffnen.»

 

Im Frühling dieses Jahres eröffneten die beiden Geschäftspartner zusammeb die Hard-Cover Art Gallery für zeitgenössische Kunst. Quasi als Kontrapunkt zur Entwicklung des Kunstmarkts. Denn obwohl die Schweiz im Vergleich zur Grösse des Landes nach wie vor zu einem der führenden Kunsthandelsplätze weltweit gehört, hat sich in Zürich und andernorts die Situation für kleinere und mittlere Galerien massiv verschlechtert.

Zwischen 2012 und 2017 mussten gemäss Erhebungen des Verbands Schweizer Galerien (VSG) landesweit mehr als ein Drittel der Galerien den Betrieb einstellen. Geblieben sind nicht mal hundert professionell arbeitende Galerien. Der Verband geht davon aus, dass der Schrumpfungsprozess anhalten wird – trotz Kunst-Hype. Die entscheidenden Verkäufe finden heute auf Messen und Auktionen statt und immer mehr auch online. Die Digitalisierung und Internationalisierung trifft vor allem junge Galerien, welche nicht über die finanziellen Mittel verfügen, dabei mitzuhalten.

Doch Thomas Durrer und Jeannette Rohrer, beide 58, lassen sich die Zuversicht nicht nehmen. Mit der Gründung ihrer Galerie Hard-Cover setzen sie nicht nur einen lange gehegten persönlichen Wunsch um, sondern wollen aktiv dem Galeriensterben entgegentreten. Vor allem junge Kunstschaffende sollen durch die Ausstellung eine Chance bekommen, ihr Werk zu entwickeln. «Ohne Galerien als Sozialraum nimmt der Gedankenaustausch über Kunst ab», ist Thomas Durrer überzeugt. Und Jeannette Rohrer ergänzt: «Mit unseren Ausstellungen wollen wir die Menschen berühren und sie zu einem Dialog mit der Kunst, den Kunstschaffenden und diversen Gesellschaftsthemen auffordern.»

Natürlich lebt das Galeriegeschäft vom Verkauf von Kunst. Doch haben sie unterschiedliche Finanzierungsmodelle eingeführt. So setzen sie auch auf Sponsoren einzelner Ausstellungen. Privatpersonen und Firmen übernehmen die Kosten für die Dauer der Schau. Fünf bis sechs Ausstellungen wollen sie übers Jahr realisieren. Thomas Durrer und Jeannette Rohrer zeigen auch schwerer zu konsumierende Kunst, die sie aber für wichtig halten. Am 12. Oktober findet die Vernissage des syrischen Künstlers Allam Fakhour statt. Der trotz schwersten Traumata in seinem Exil ein neues künstlerisches Selbstverständnis entwickeln konnte. Und am 3. Dezember wird ein Herzensprojekt eingeweiht: Die geistig beeinträchtigten Bewohner des Tobias-Hauses in Zürich zeigen ihre aktuellen Arbeiten. Art Brut heisst die Kunst dieser ausserhalb des Kunstmarkts stehenden Künstler. Man kann sie auch ungeschliffene Diamanten nennen.

 

Bilder des Künstlers Allam Fakhour

Die Bilder (Acryl auf Leinwand) ebenso wie die Figuren aus Lehm stellen Menschen dar, die Schutz suchen, sich gegenseitig schützen, stützen. Der 42-jährige Syrer Allam Fakhour ist 2015 über das UNHCR in die Schweiz gekommen und ist anerkannter Flüchtling. Nach einem Studium der Schönen Künste an der Universität Damaskus arbeitete er als freier Künstler sowie als Kunstlehrer. Gleichzeitig setzte er sich gewaltlos für Demokratie und Menschenrechte in Syrien ein. Er wurde verhaftet, verbrachte fünf Jahre im Gefängnis. Während des Bürgerkriegs verschwanden seine Kunstwerke oder wurden zerstört. In der Schweiz fing der Maler und Skulpteur aufs Neue an, sich gestalterisch zu betätigen. Die Hard-Cover Art Gallery zeigt seine erste Werkschau. 

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Kunstbulletin 9/2019

 

Zürich – Am Hardplatz hat diesen Sommer eine neue Galerie eröffnet: Der Kulturmanager und Journalist Thomas Durrer möchte mit seiner Hard-Cover Art Gallery vor allem eine Plattform für Künstlerinnen und Künstler bieten, die noch eher unbekannt oder hierzulande wenig sichtbar sind. Dabei wird etwa Art Brut im Programm ebenso einen fixen Platz haben wie Kunst aus Indonesien, wo Durrer bis zu den schweren Erdbeben 2018 als Kulturvermittler und Galerist tätig war. Zudem sollen junge Kunstschaffende gefördert werden, beispielsweise mit den Sommerausstellungen, die von Kunststudierenden kuratiert und realisiert werden. Um dieses engagierte Konzept finanziell abzusichern, sind auch Kooperationen mit anerkannten Kunstschaffenden vorgesehen. Gelegentliche Gastausstellungen von privaten oder öffentlichen Kunstsammlungen sollen des Weiteren das Renommee der Galerie steigern. Nachdem der ZhdK-Szenografiestudent Vincent Loup (*1994) über die Sommerwochen die Räumlichkeiten am Hardplatz besetzte, startet Hard-Cover mit der Zeichnungs- und Objektkünstlerin Marlyse Brunner (*1946) in die Herbstsaison. 

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29. August 2019 | Zürich West

73-Jährige zeigt erstmals ihre Werkreihe
«Ägypten 199

Vor 29 Jahren hielt sich Marlyse Brunner im Rahmen der Stadtzürcher Auslandatelier-Stipendien während sechs Monaten in Ägypten auf. In Schabramant bei Kairo schaffte die Künstlerin eine grossartige Werkreihe, die bis heute noch nie gezeigt wurde – Ägypten 1991. In Brunners Zeichnungen, Abklatschen und Gemälden – insbesondere Oil paintstick auf gebrauchtem und/oder vergilbtem Papier – findet ein beispielhafter Dialog statt mit dem Augenmerk auf Formen und Schriftzeichen aus dem Kemet (Adaption des Dreiecks der Pyramiden; figürliche Abstraktion erinnert an Hieroglyphen).

Die Linien und Flächen in den Bildern der 73-jährigen Künstlerin sind wie gewohnt in Schwarz und Grau gehalten. Doch setzt Brunner taktisch auch Ultramarinblau ein – jenes Wäscheblau, welches in der Levante und in Nordafrika bis heute beim letzten Spülgang verwendet wird. Marlyse Brunner ist in Neuchâtel aufgewachsen. Seit 1972 lebt und arbeitet sie als bildende Künstlerin in Zürich. Sie erhielt zweimal das Eidgenössische Kunststipendium, dreimal einen Werkbeitrag der Steo-Stiftung sowie viermal Stipendien des Kantons und der Stadt Zürich.

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25. Juli 2019 | Zürich West

Live in der Galerie ein Kunstwerk geschaffen

Viel Staub wurde am Hardplatz 21 aufgewirbelt: Das Lokal wurde umgebaut und startklar gemacht. Die Hard-Cover Art Gallery zeigt hier zeitgenössische Kunst. Loslegte sie mit dem Sommerprojekt «The Artist at work», einem Förderprojekt für Jungkunst, das von der Galerieleitung finanziert wird. Vier Wochen lang wurde der Ausstellungsraum zum Atelier. Der 25-jährige Künstler Vincent Loup bespannte die Galeriewände mit Leinen, um ein Raumwerk zu schaffen, «A Space in a Space». Während der Öffnungszeiten konnten Nachbarn und Passanten, Kunstinteressierte und Neugierige Vincent Loup über die Schulter schauen. Bewundern kann man das Werk an der Finissage vom Freitag, 26. Juli, ab 18.30 Uhr. 

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