© 2019 Hard-Cover Art Gallery | Hardplatz 21 | CH-8004 Zürich-Hard

Design: GYSIN [Konzept+Gestaltung]

Medien

16. Januar 2020 | Lokalinfo Nr. 3

Entscheidend sind die Farben

Dezember 2019

Kunstbulletin 12/2019

28. November 2019 | Zürich West

Menschen mit Beeinträchtigung stellen aus

27. November 2019 | Tagblatt der Stadt Zürich

Kunst aus dem Tobias-Haus

20.November 2019 | Glarner Woche

Kunst auf der Flucht

22.Oktober 2019 | Filmbeitrag Südostschweiz

Folter, Flucht und Kunst

9. Oktober 2019 | Tagblatt der Stadt Zürich

Der Galerienkrise trotzen

September 2019

Kunstbulletin 9/2019

29. August 2019 | Zürich West

73-Jährige zeigt erstmals ihre Werkreihe «Ägypten 1991»

25. Juli 2019 | Zürich West

Live in der Galerie ein Kunstwerk geschaffen

16. Januar 2020 | Lokalinfo Nr. 3

Entscheidend sind die Farben

 

Vom 18. Januar bis 28. Februar zeigt die Hard-Cover Art Gallery am Hardplatz 21 eine Werkschau des Künstlers Christophe Cachelin. Entscheidend für seine Bildkompositionen sind die Farbgebungen. Nebst Kunstschaffenden wie Henri Matisse oder Niki de Saint Phalle inspirieren Cachelin auch Schriftsteller wie Virginia Wolf und Friedrich Nietzsche. Mit seinen Collagen und Bildern sucht der Künstler Zugang zur Sprache dieser Autoren. Vernissage: Samstag, 18. Januar, 17 bis 21 Uhr. 

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Dezember 2019

Kunstbulletin 9/2019

 

Zürich – Marc Elsener (*1971) ist bekannt für seine meist kleinformatigen Gemälde, auf denen sich skurrile Wesen in surreal durchsetzten Landschaften tummeln. Nun kuratierte der Zürcher Künstler für die noch junge Hard-Cover Art Gallery eine Ausstellung mit Werken von Kunstschaffenden aus dem Tobias-Haus, wo er als künstlerischer Assistent tätig ist. Die anthroposophische Institution bietet Wohnplätze und eine Tagesstruktur mit verschiedenen künstlerischen Ateliers für erwachsene Menschen mit einer Beeinträchtigung. Der Kunst als zutiefst menschlicher Eigenschaft wird im Tobias-Haus ein zentraler Stellenwert eingeräumt. So ist man davon abgekommen, für die betreuten Menschen eine auf Produktion und Leistung ausgerichtete Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Stattdessen sollen die Ateliers als Orte der Begegnung und des Freiraums die Möglichkeit bieten, Kreativität zu entfalten und sich als schöpferisches Individuum beziehungsweise Künstlerkollektiv zu erleben. Vor diesem Hintergrund hat sich bereits die Band Tobis Welt formiert, die Auftritte unter anderem am Züri-Fäscht oder in der Roten Fabrik hatte. Nun werden erstmals Werke aus den Kunstateliers öffentlich präsentiert. Unter dem Titel  «Alles da so wie Du» zeigen fünf Positionen ihre Zeichnungen, Malereien und Skulpturen. Jeweils freitags laden kulinarische Leckereien, ein Konzert oder eine Performance zum Austausch und Verweilse in der Ausstellung ein. 

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28. November 2019 | Zürich West

Menschen mit Beeinträchtigung stellen aus

Künstler aus dem Tobias-Haus Zürich zeigen ihre Arbeiten in der Hard-Cover Art Gallery. Vernissage ist am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. 

Das Tobias-Haus ist eine anthroposophische Institution für erwachsene Menschen mit einer Beeinträchtigung. Das Angebot besteht aus Wohnplätzen in drei Häsuern am Zürichberg sowie einer Tagesstruktur mit verschiedenen künstlerischen Ateliers. Das Tobias-Haus räumt der Kunst als zutiefst menschlicher Eigenheit einen zentralen Stellenwert ein. Nun zeigt man erstmals eine Auswahl der Werke aus den Kunstateliers in einer Zürcher Galerie, nämlich in der neu eröffneten Hard-Cover Art Gallery am Hardplatz.

Die gezeigten Werke von Daniel Ben Dor, Gianna Fontana, Sandrine Mbala, Gino Sindt und Raphael Waldis möchten das Einzigartige, das Individuelle und Unverstellte in den Mittelpunkt stellen. Als dasjenige Element nämlich, das alle Menschen miteinander verbindet, ganz nach dem Motto: «Es ist normal, anders zu sein.»

Der Kontakt zum Gegenüber soll unverkrampft hergestellt werden. Vorurteile, Ängste und Befürchtungen sollen weichen, um einer gesunden Portion Neugierde, Humor und Zuversicht Platz zu machen.

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27. November 2019 | Tagblatt der Stadt Zürich

Kunst aus dem Tobias-Haus

Premiere. Die Zürcher Hard-Cover Art Gallery im Kreis 4 zeigt ab dem 3.Dezember Kunstwerke von Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung. Die fünf Künstler leben im Tobias-Haus am Zürichberg. Das Wohnheim hat sich besonders der Förderung des künstlerischen Schaffens verschrieben. Von Jan Strobel

«Art Brut» – die «rohe Kunst», es ist ein Begriff, der an diejenigen Künstler gerichtet ist, die in den häufig ziemlich abgehobenen Expertenzirkeln der Kunstwelt nur schwer Anerkennung finden. Es sind Autodidakten, Laien, die hier zum Pinsel oder zum Stift greifen, aber auch Menschen mit psychischen Erkrankungen oder geistigen Beeinträchtigungen. Der Begriff der «Outsider Art» wird ebenfalls dafür verwendet mit all seinen oft ungewollt negativen Stigmatisierungen, die damit einhergehen können.

 

Einzigartig unverstellt

Die Zürcher Hard-Cover Art Gallery am Hardplatz im Kreis 4 möchte nun mit der Ausstellung «Alles da so wie du» den Blick weg vom «Rohen» oder vom «Outsider» lenken, hin zum Einzigartigen, Individuellen, zum Unverstellten und zur Ausdruckskraft dieser Kunst. Gezeigt werden Werke von Daniel Ben Dor, Gianna Fontana, Sandrine Mbala, Gino Sindt und Raphael Waldis. Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie sind Menschen mit einer Beeinträchtigung und leben zusammen im Tobias-Haus Zürich. Das Wohnheim und die Tagesstätte bieten Erwachsenen mit einer geistigen Beeinträchtiung ein Zuhause mit einem besonderen Fokus auf ein breites Kunstangebot. Dafür stehen den Bewohnern verschiedene Ateliers zur Verfügung, die als Räume der Begegnung und des Freiraums dienen sollen und in denen sich die Möglichkeit bietet, die eigene Kreativität zu entfalten. So entstand über die Jahre gleichsam eine Künstlerkolonie am Zürichberg. Die Ausstellung in der Hard-Cover Art Gallery zeigt nun zum ersten Mal öffentlich eine Auswahl von Kunstperlen aus diesen Ateliers des Tobias-Hauses. Zu sehen sind farbkräftige Bilder, Flickenteppiche aus parallelen Realitäten, dann wieder medidative, spirituelle Motive. Es sind zum Teil autobiografische Szenen aus dem Alltag, dem Familienleben oder auch aus der eigenen Gefühlswelt. Andere Werke zeigen Wimmelbilder und Mandalas oder geometrische Formen, wo alles aufs Wesentliche konzentriert bleibt. Und so eröffnet sich ein ganz neuer Blick auf die Strukturen des Lebens. 

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20. November 2019 | Glarner Woche

Kunst auf der Flucht

Ein Syrer aus Näfels erinnert sich an seine Zeit als Gefangener und Flüchtling und stellt seine Werke aus. Von Haymo Empl

Ein Steckbrief? Wird er gesucht, ist er entlaufen, geflüchtet? Und seine Frau, wird sie auch gesucht? Ja, sie sind geflüchtet, aus dem diktatorisch regierten Unrechtsregime von Baschar al Assad und leben nun in Näfels. Allam und Mervat Fakhour sind anerkannte Flüchtlinge. Sie sind glücklich, in einem friedlichen, wohlgeordneten Land leben zu dürfen, und doch – es ist nicht leicht, sich hier integrieren zu können. Die erste Hürde, sich sprachlich zu assimilieren, hat Allam schon recht gut geschafft. Das nächste Ziel von Allam und Mervat: finanziell von staatlicher Unterstützung unabhängig zu werden. Mervat arbeitet als Putzfrau und als Küchenhilfe in einer Institution, Allam ist auf Stellensuche und verbessert seine Deutschkenntnisse. In der Wohnung verfügt Allam über ein kleines Atelier. Für den Flüchtlingstag 2018 in Glarus hatte er ein Plakat entworfen und der Fotograf Sasi Subramaniam porträtierte den Künstler im Sommer 2018 für die «Südostschweiz». Zufällig las ein Zürcher Galerist diesen Artikel, wurde neugierig und fuhr nach Näfels, ins Atelier von Allam Fakhour. Er war überrascht vom Können dieses Flüchtlings und animierte ihn, weitere Bilder zu malen. Diese, in Näfels gemalten Bilder, sind bis am 22. November in der Hard-Cover Art Gallery in Zürich zu sehen, zusammen mit zwei kleinen Skulpturen.

Die Ausstellung eines Glarner Künstlers in Zürich – Grund genug, der Galerie einen Besuch abzustatten. Der Künstler, Allam Fakhour, ist anwesend und lässt sich ein auf ein Gespräch über seine Zeit in Syrien, im Glarnerland.

Allam Fakhour wuchs mit zehn Geschwistern in Salamiyah auf. Seine Eltern waren Bauern, arm, aber hatten genug zum Leben. Trotz harter Arbeit blieb etwas Zeit für Musik, für Kunst. Diese Interessen der Eltern färbten sich auf die Kinder ab. Allam begann schon als kleines Kind zu malen, gestalterisch tätig zu sein, nahm erfolgreich an Wettbewerben teil. Es war für ihn bald klar, eine Laufbahn als Künstler anzustreben. Er studierte an der Akademie der Schönen Künste in Damaskus und lebte in seiner eigenen Welt. Zur Information über das Geschehen in Syrien und weltweit standen ihm Assads Zeitungen und Assads Fernsehsender, aber noch kein Internet zur Verfügung. Es gab sehr viele arme und einige sehr reiche Leute. Allam fragte sich: warum? Keine freie Berichterstattung, keine freien Wahlen, ein Regime der Willkür – für Allam Grund genug, sich für die Menschenrechte zu interessieren. Beruflich war er als Dozent an einer Hochschule und als freier Künstler tätig. Er schloss sich einer Gruppe junger Männer an mit dem Ziel, mit friedlichen Mitteln für die freie Meinungsäusserung zu kämpfen. Sie veröffentlichten Diskussionsbeiträge im Internet, und schon bald wurden die staatlichen Behörden auf sie aufmerksam. Anfang 2006 nahm Assads Geheimdienst die siebenköpfige Gruppe junger Männer fest und verurteile sie nach einem unfairen Prozess zu einer mehrjährigen Haft. Die Tätigkeiten und die Verhaftung der Gruppe waren auch Amnesty International (AI) bekannt. Sie machten Druck bei den syrischen Behörden und Allam wurde nach fünfjähriger Haft freigelassen. Seither leidet er an den Folgen von grausamen Folterungen.

Nach seiner Entlassung 2011 lebte Allam weiterhin in Syrien, in einer kleinen Stadt. Seine Bewegungsfreiheit blieb beschränkt auf das Gebiet seines Wohnortes. Er hat, wie er erzählt, sich in der freiwilligen Arbeit engagiert, Flüchtlingen geholfen. 2013 heiratete Allam seine Mervat. Er arbeitete in einem Atelier als Steinbildhauer, doch das Haus wurde nach einem Bombenangriff vollständig zerstört. Die Repression nahm in Syrien weiter zu, er wurde vom Regime gesucht. Allam fand keine andere Möglichkeit mehr, als 2014 in den Libanon zu fliehen.

Die Schweiz hatte 2013 beschlossen, unter bestimmten Bedingungen im Rahmen des UNHCR-Programms, 1500 vom Syrienkrieg betroffene, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufzunehmen. Allam und Mervat gehörten dazu. Und nun leben die beiden in Näfels und sehen sich vor viele Probleme gestellt. Mervat verdient ihren Lohn als Hilfskraft. Sie hätte Fähigkeiten, die weiterentwickelt werden könnten, zum Beispiel mit einer anerkannten Ausbildung zur Köchin. Ihre sprachliche Ausdrucksweise genügt noch nicht. Allam kann sich gut verständigen, doch seine Einsatzmöglichkeiten sind eingeschränkt. Die dauerhaften Beeinträchtigungen durch die Folter machen sich bemerkbar. Harte Arbeit, zum Beispiel auf dem Bau, ist nicht möglich.

Thomas Durrer, Kulturmanager der Galerie Hard-Cover in Zürich, schreibt in der Kurzbiografie des Künstlers: «Schnell war mir klar, Allam Fakhour ist ein Ausnahmekünstler. Wurden doch seine Werke in der Heimat vom Kriegsgeschehen zerstört oder sie waren verschwunden. Und schwerste Traumatas hallen ständig nach, sind eingebrannt in seinem Wesen. Ungeachtet dessen fängt der Maler und Skulpteur aufs Neue an, sich gestalterisch zu betätigen, sucht und findet neue Ausdrucksformen.» Was bleibt: die Suche nach einer Erwerbsmöglichkeit mit einem zufriedenstellenden Einkommen. Die künstlerische Tätigkeit wird vorerst eine Nebenbeschäftigung bleiben. Behilflich auf seiner Suche sind ihm verschiedene Stellen. Hilfreich ist auch die Unterstützung durch freiwillige Helferinnen und Helfer der FRAMI, ein Projekt im Kanton Glarus mit dem Ziel, Flüchtlinge zu unterstützen, damit sie sich in ihrer neuen Heimat besser zurechtfinden. Die Freiwilligenliste umfasst 75 Personen aus dem gesamten Kantonsgebiet.

Der Krieg, der Terror, hat in Syrien bis jetzt 500 000 Menschen das Leben gekostet. Es ist hilfreich, Flüchtlingsschicksale zu kennen. Umso mehr schätzen wir unsere friedliche, schöne Heimat.

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22.Oktober 2019 | Filmbeitrag Südostschweiz

Folter, Flucht und Kunst

Kunst ist für Allam Fakhour Berufung und Therapie. In seiner Heimat wurde der Syrer mehrere Jahre eingesperrt und gefoltert. Heute lebt er mit seiner Frau in Näfels. Seine Liebe zur Kunst ist ihm aber in all dieser Zeit geblieben. Seine Werke zeigt er nun in einer Ausstellung in Zürich.

 
 

9. Oktober 2019 | Tagblatt der Stadt Zürich

Der Galerienkrise trotzen

Auch in Zürich ist ein Galeriensterben zu beobachten. Doch Thomas Durrer und Jeannette Rohrer steuern dagegen und eröffneten am Hardplatz die Hard-Cover Art Gallery für zeitgenössische Kunst. Von Isabella Seemann

 

Neugierig späht die Dame mittleren Alters durch die grossen Schaufenster der Galerie. Die schwarz-weissen Pyramidenbilder der Zürcher Künstlerin Marlyse Brunner ziehen sie hinein. Kunstgenuss in der Mittagspause – unkompliziert und niederschwellig. Beim Schichtwechsel schauen auch mal die Buschauffeure vom Hardplatz herein, setzen sich aufs Sofa und lassen die Gemälde und Skulpturen auf sich wirken. Das Angebot von Thomas Durrer und Jeannette Rohrer kommt so an, wie geplant: «Wir wollen die Schwellenangst vor der Kunst nehmen und die Türen auch für Kunstlaien weit öffnen.»

 

Im Frühling dieses Jahres eröffneten die beiden Geschäftspartner zusammeb die Hard-Cover Art Gallery für zeitgenössische Kunst. Quasi als Kontrapunkt zur Entwicklung des Kunstmarkts. Denn obwohl die Schweiz im Vergleich zur Grösse des Landes nach wie vor zu einem der führenden Kunsthandelsplätze weltweit gehört, hat sich in Zürich und andernorts die Situation für kleinere und mittlere Galerien massiv verschlechtert.

Zwischen 2012 und 2017 mussten gemäss Erhebungen des Verbands Schweizer Galerien (VSG) landesweit mehr als ein Drittel der Galerien den Betrieb einstellen. Geblieben sind nicht mal hundert professionell arbeitende Galerien. Der Verband geht davon aus, dass der Schrumpfungsprozess anhalten wird – trotz Kunst-Hype. Die entscheidenden Verkäufe finden heute auf Messen und Auktionen statt und immer mehr auch online. Die Digitalisierung und Internationalisierung trifft vor allem junge Galerien, welche nicht über die finanziellen Mittel verfügen, dabei mitzuhalten.

Doch Thomas Durrer und Jeannette Rohrer, beide 58, lassen sich die Zuversicht nicht nehmen. Mit der Gründung ihrer Galerie Hard-Cover setzen sie nicht nur einen lange gehegten persönlichen Wunsch um, sondern wollen aktiv dem Galeriensterben entgegentreten. Vor allem junge Kunstschaffende sollen durch die Ausstellung eine Chance bekommen, ihr Werk zu entwickeln. «Ohne Galerien als Sozialraum nimmt der Gedankenaustausch über Kunst ab», ist Thomas Durrer überzeugt. Und Jeannette Rohrer ergänzt: «Mit unseren Ausstellungen wollen wir die Menschen berühren und sie zu einem Dialog mit der Kunst, den Kunstschaffenden und diversen Gesellschaftsthemen auffordern.»

Natürlich lebt das Galeriegeschäft vom Verkauf von Kunst. Doch haben sie unterschiedliche Finanzierungsmodelle eingeführt. So setzen sie auch auf Sponsoren einzelner Ausstellungen. Privatpersonen und Firmen übernehmen die Kosten für die Dauer der Schau. Fünf bis sechs Ausstellungen wollen sie übers Jahr realisieren. Thomas Durrer und Jeannette Rohrer zeigen auch schwerer zu konsumierende Kunst, die sie aber für wichtig halten. Am 12. Oktober findet die Vernissage des syrischen Künstlers Allam Fakhour statt. Der trotz schwersten Traumata in seinem Exil ein neues künstlerisches Selbstverständnis entwickeln konnte. Und am 3. Dezember wird ein Herzensprojekt eingeweiht: Die geistig beeinträchtigten Bewohner des Tobias-Hauses in Zürich zeigen ihre aktuellen Arbeiten. Art Brut heisst die Kunst dieser ausserhalb des Kunstmarkts stehenden Künstler. Man kann sie auch ungeschliffene Diamanten nennen.

 

Bilder des Künstlers Allam Fakhour

Die Bilder (Acryl auf Leinwand) ebenso wie die Figuren aus Lehm stellen Menschen dar, die Schutz suchen, sich gegenseitig schützen, stützen. Der 42-jährige Syrer Allam Fakhour ist 2015 über das UNHCR in die Schweiz gekommen und ist anerkannter Flüchtling. Nach einem Studium der Schönen Künste an der Universität Damaskus arbeitete er als freier Künstler sowie als Kunstlehrer. Gleichzeitig setzte er sich gewaltlos für Demokratie und Menschenrechte in Syrien ein. Er wurde verhaftet, verbrachte fünf Jahre im Gefängnis. Während des Bürgerkriegs verschwanden seine Kunstwerke oder wurden zerstört. In der Schweiz fing der Maler und Skulpteur aufs Neue an, sich gestalterisch zu betätigen. Die Hard-Cover Art Gallery zeigt seine erste Werkschau. 

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Kunstbulletin 9/2019

 

Zürich – Am Hardplatz hat diesen Sommer eine neue Galerie eröffnet: Der Kulturmanager und Journalist Thomas Durrer möchte mit seiner Hard-Cover Art Gallery vor allem eine Plattform für Künstlerinnen und Künstler bieten, die noch eher unbekannt oder hierzulande wenig sichtbar sind. Dabei wird etwa Art Brut im Programm ebenso einen fixen Platz haben wie Kunst aus Indonesien, wo Durrer bis zu den schweren Erdbeben 2018 als Kulturvermittler und Galerist tätig war. Zudem sollen junge Kunstschaffende gefördert werden, beispielsweise mit den Sommerausstellungen, die von Kunststudierenden kuratiert und realisiert werden. Um dieses engagierte Konzept finanziell abzusichern, sind auch Kooperationen mit anerkannten Kunstschaffenden vorgesehen. Gelegentliche Gastausstellungen von privaten oder öffentlichen Kunstsammlungen sollen des Weiteren das Renommee der Galerie steigern. Nachdem der ZhdK-Szenografiestudent Vincent Loup (*1994) über die Sommerwochen die Räumlichkeiten am Hardplatz besetzte, startet Hard-Cover mit der Zeichnungs- und Objektkünstlerin Marlyse Brunner (*1946) in die Herbstsaison. 

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29. August 2019 | Zürich West

73-Jährige zeigt erstmals ihre Werkreihe
«Ägypten 199

Vor 29 Jahren hielt sich Marlyse Brunner im Rahmen der Stadtzürcher Auslandatelier-Stipendien während sechs Monaten in Ägypten auf. In Schabramant bei Kairo schaffte die Künstlerin eine grossartige Werkreihe, die bis heute noch nie gezeigt wurde – Ägypten 1991. In Brunners Zeichnungen, Abklatschen und Gemälden – insbesondere Oil paintstick auf gebrauchtem und/oder vergilbtem Papier – findet ein beispielhafter Dialog statt mit dem Augenmerk auf Formen und Schriftzeichen aus dem Kemet (Adaption des Dreiecks der Pyramiden; figürliche Abstraktion erinnert an Hieroglyphen).

Die Linien und Flächen in den Bildern der 73-jährigen Künstlerin sind wie gewohnt in Schwarz und Grau gehalten. Doch setzt Brunner taktisch auch Ultramarinblau ein – jenes Wäscheblau, welches in der Levante und in Nordafrika bis heute beim letzten Spülgang verwendet wird. Marlyse Brunner ist in Neuchâtel aufgewachsen. Seit 1972 lebt und arbeitet sie als bildende Künstlerin in Zürich. Sie erhielt zweimal das Eidgenössische Kunststipendium, dreimal einen Werkbeitrag der Steo-Stiftung sowie viermal Stipendien des Kantons und der Stadt Zürich.

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25. Juli 2019 | Zürich West

Live in der Galerie ein Kunstwerk geschaffen

Viel Staub wurde am Hardplatz 21 aufgewirbelt: Das Lokal wurde umgebaut und startklar gemacht. Die Hard-Cover Art Gallery zeigt hier zeitgenössische Kunst. Loslegte sie mit dem Sommerprojekt «The Artist at work», einem Förderprojekt für Jungkunst, das von der Galerieleitung finanziert wird. Vier Wochen lang wurde der Ausstellungsraum zum Atelier. Der 25-jährige Künstler Vincent Loup bespannte die Galeriewände mit Leinen, um ein Raumwerk zu schaffen, «A Space in a Space». Während der Öffnungszeiten konnten Nachbarn und Passanten, Kunstinteressierte und Neugierige Vincent Loup über die Schulter schauen. Bewundern kann man das Werk an der Finissage vom Freitag, 26. Juli, ab 18.30 Uhr. 

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